Gefahr Kopfverletzung - der richtige Helm

Gehirnerschütterung beim Eishockey – Risiken, Symptome und warum der richtige Helm entscheidend ist

Eishockey zählt zu den schnellsten und körperlich intensivsten Mannschaftssportarten der Welt. Hohe Geschwindigkeiten, harte Checks, Pucktreffer und Stürze gehören zum Spielalltag. Genau deshalb ist das Risiko für Gehirnerschütterungen (Concussions) im Eishockey besonders hoch – vom Nachwuchs- bis zum Profibereich. Umso wichtiger sind Aufklärung, Prävention und vor allem die richtige Schutzausrüstung.

Was ist eine Gehirnerschütterung?

Eine Gehirnerschütterung ist eine funktionelle Verletzung des Gehirns, die durch eine plötzliche Beschleunigung oder Abbremsung des Kopfes entsteht. Dabei muss der Kopf nicht zwingend direkt getroffen werden – auch ein harter Aufprall des Körpers kann ausreichen, um das Gehirn im Schädel „ins Schwingen“ zu bringen.

Typische Ursachen im Eishockey:

  • Checks gegen Bande oder Mitspieler

  • Stürze auf das Eis

  • Puck- oder Schlägertreffer am Kopf

  • Zusammenstöße bei hoher Geschwindigkeit

Symptome – oft unterschätzt

Die Symptome einer Gehirnerschütterung sind vielfältig und nicht immer sofort erkennbar. Häufige Anzeichen sind:

  • Kopfschmerzen oder Druckgefühl im Kopf

  • Schwindel, Gleichgewichtsstörungen

  • Übelkeit oder Erbrechen

  • Licht- und Geräuschempfindlichkeit

  • Konzentrations- und Gedächtnisprobleme

  • Müdigkeit oder Benommenheit

Wichtig: Auch leichte Symptome sollten ernst genommen werden. Eine nicht auskurierte Gehirnerschütterung kann langfristige Folgen haben und das Risiko weiterer Verletzungen deutlich erhöhen.

Warum Eishockey besonders riskant ist

Im Vergleich zu vielen anderen Sportarten kommen beim Eishockey mehrere Risikofaktoren zusammen:

  • Hohe Geschwindigkeit auf dem Eis

  • Körperkontakt als Spielbestandteil

  • Harte Bande und Eisfläche

  • Feste Spielgeräte (Puck, Schläger)

Studien zeigen, dass Gehirnerschütterungen zu den häufigsten Verletzungen im Eishockey gehören – mit steigender Tendenz, je höher das Spielniveau.


Der Helm: Zentrale Rolle im Kopf- und Gehirnschutz

Ein Eishockeyhelm kann keine Gehirnerschütterung vollständig verhindern, aber er kann das Risiko deutlich reduzieren und schwere Kopfverletzungen vermeiden. Entscheidend ist dabei nicht nur das Tragen eines Helms, sondern der richtige Helm.

Worauf kommt es bei einem guten Eishockeyhelm an?

1. Passform
Der Helm muss fest sitzen, ohne zu drücken. Er darf weder wackeln noch verrutschen – auch nicht bei schnellen Kopfbewegungen oder Checks.

2. Zertifizierung
Achte auf anerkannte Sicherheitsstandards wie:

  • CE

  • HECC

  • CSA

Diese Zertifizierungen garantieren geprüfte Stoßdämpfung und Schutzwirkung.

3. Stoßdämpfende Materialien
Moderne Helme nutzen mehrschichtige Schäume oder Gel-Systeme, die Aufprallenergie besser verteilen und absorbieren.

4. Alterszustand des Helms
Helme altern. UV-Strahlung, Schweiß und Materialermüdung verringern die Schutzwirkung. Faustregel:
➡️ Nach 5–7 Jahren austauschen, bei sichtbaren Schäden sofort.

5. Visier oder Gitter
Zwar schützt es primär das Gesicht, kann aber indirekt auch Kopfbewegungen bei Treffern reduzieren und das Verletzungsrisiko senken.


Prävention geht über den Helm hinaus

Neben dem richtigen Helm spielen weitere Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Regelkonformes Spiel und Fairness

  • Technikschulung (z. B. richtiges Checken und Abfangen von Stürzen)

  • Aufklärung von Spielern, Trainern und Eltern

  • Konsequente Pausen und medizinische Abklärung nach Kopfverletzungen

Besonders im Nachwuchsbereich gilt: Gesundheit geht vor Spielbetrieb.


Fazit

Gehirnerschütterungen sind im Eishockey eine ernstzunehmende Verletzung mit potenziell langfristigen Folgen. Der passende, gut sitzende und geprüfte Helm ist ein zentraler Baustein der Prävention – ersetzt aber nicht Aufmerksamkeit, Fairness und verantwortungsvolles Handeln nach einem Verdachtsfall.

Wer Eishockey liebt, sollte nicht nur an Leistung denken, sondern auch an den Schutz des wichtigsten Organs: unseres Gehirns.